Berner für Tokio

 

 

 

Greifswald (SPA): Zwei Jahre vor den 2020 stattfindenden Paralympischen Spielen in Tokio gehen die Vorbereitungen auf das Event in die heiße Phase. Wie alle vier Jahre dürfen sich dabei die Sportfans auf neue und interessante Wettbewerbe freuen, die nach einer Testphase das paralympische Angebot ergänzen werden. Unter anderem gehört in Tokio erstmals ein Paraskat-Turnier zum Rahmenprogramm des sportlichen Großereignisses.

 

Am vergangenen Sonntag trafen sich nun 144 Skatfreunde aus aller Welt in der Greifswalder Stadthalle zu einem ersten Qualifikationsdurchgang, bei dem in drei Handicapklassen 24 Tickets für eine im Januar 2019 im russischen Wladivostok stattfindende zweite Ausscheidungsrunde vergeben wurden. Und auch ein Greifswalder war dabei.

 

Der Maurer Ulrich Berner quetschte sich vier Tage vor dem Wettkampf den Daumen zwischen zwei Porenbetonbauelementen und durfte durch den DPSB (Deutscher Paraskatbund) für den Polen Wojcech Gebinski nachnominiert werden, der eine ähnliche Verletzung wider Erwarten vor Beginn des Turniers auskurierte und damit seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.

Für Berner selbst erwies es sich als enormer Vorteil, dass sich seine Konkurrenten in der Wettkampfvorbereitung nicht mit den auch in dieser Sportart üblichen Videoanalysen auf seine Spielweise vorbereiten konnten. So errang er als großer Unbekannter einen klassischen Start-Ziel-Sieg. Berner ging mit einem in Vorhand errungenen, souveränen Null Ouvert in der ersten Partie in Führung und dann von Tisch Eins mit einem solch üppigen Vorsprung in die weiteren zwei Runden, dass er diesen mit absolut sicheren Spielen (sogenannten Omas) nur noch verteidigen musste. Zum Ende reichte es für den Greifswalder mit 73 Punkten Vorsprung zu Platz Eins in der Handicapklasse Geben (hier werden die Spieler durch einen Mischer unterstützt) und damit zu einem der begehrten Wladivostok-Tickets mit Goldrand. Berners Ziel ist es nun, sich eine Woche vor der Reise nach Russland erneut den Daumen zu quetschen.

In den Handicapklassen Uhrzeigersinnschwäche (an diesen Tischen wird entgegen dem Uhrzeigersinn gespielt) und Dyskalkulie (hier dürfen die Spieler zum Reizen einen Taschenrechner benutzen) kamen die Sieger aus Paraguay und der Mongolei.    

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Ricarda Bolithos (Freitag, 12 Oktober 2018 00:22)

    Wieso "Skatfreunde"? Was ist mit "Skatfreundinnen"? Schon wieder so ein frauenfeindlicher Artikel!

  • #2

    Lieselotte (Freitag, 12 Oktober 2018 00:29)

    Ach Ricarda, ist doch sowieso wieder alles nur Satttiere. Weiß doch jeder, daß es im russischen Wladivostok keine zweite Ausscheidungsrunde geben kann, weil jeder in Rußland gedopt sein muß und das in Tokio dann aber gar nicht erlaubt ist!

  • #3

    Sheldon Gently (Samstag, 13 Oktober 2018 02:20)

    Hallo Ricarda, in der Satzung des Behinderten-Sportverbandes Brandenburg e.V. steht: "Wenn in dieser Satzung bei Funktionsbezeichnungen die männliche oder weibliche Sprachform verwendet wird, so stehen unabhängig davon alle Funktionen Frauen und Männern offen."

  • #4

    Tukan Kirbati (Samstag, 13 Oktober 2018 02:24)

    Eigentlich finde ich Paralympics nicht so toll. Eigene Spiele für Menschen mit Handicap - das widerspricht doch total dem Integrationsgedanken!

  • #5

    Wilhelm Bürstig (Samstag, 13 Oktober 2018 02:53)

    Was geht uns denn die Satzung des Behinderten-Sportverbandes Brandenburg e.V. an?

  • #6

    Brycke (Sonntag, 14 Oktober 2018 20:10)

    Danke, Sheldon, für diese sinnvolle Ergänzung.