Die Odyssee einer Depechentaube

 

Gestern in Greifswald: Dachdeckermeister Dietmar K. überdenkt seine Firmenphilosophie und installiert ein Kuppeldach

 

Greifswald (SPA): Der Greifswalder Dachdeckermeister und Flat-Earther (kurz „Flatter“) Dietmar K. hätte gern an der ersten Weltkonferenz seiner Mitstreiter teilgenommen. Aber ein volles Auftragsbuch verhinderte seine leibhaftige Anwesenheit bei der Veranstaltung, die vom 9. bis 10. November des letzten Jahres in North Carolina stattfand. So flog, statt ihm, seine Ruth los, eine Depechentaube, ausgestattet mit GPS, einer Kleinbildkamera und einem Großvogeltragetäschchen, das genügend Platz für ein Dutzend Mikrofilmchen bietet.

 

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Die Zeitreise des Otto von Bismarck

 

 

 

 

Greifswald (SPA): Es ist stockdunkel und diesig, als wir in Greifswald starten – so dunkel, dass es wenig Sinn macht, über Land zu fahren und ihm ein bisschen von der Schönheit Vorpommerns und Mecklenburgs zu zeigen. Nachdem er gestern noch mal gedankenverloren, dann wieder freudig erregt durch seine alte Heimat Eldena streifte, wirkt er nun ein wenig enttäuscht.

 

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Ernests Diadem

 

 

 

 

Greifswald (SPA): „Vergessen wir den Aluhut!“ Mit diesem Slogan und dem passenden Produkt sorgt der Greifswalder Hersteller HoKaMo-Hutdesign (Anm. der Redaktion: das Kürzel steht für Hooton, Kaufman, Morgenthau) für Furore. Das Diadem des Ernest erweitert das ohnehin riesige Angebot an Leichtmetall-Kopfschmuck um ein Element, das eine attraktive Alternative in der bisher recht starr und bieder wirkenden Produktpalette bietet.

 

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Mission Impossible

 

Vor drei Monaten: ein zuversichtlicher André H. im Eingangsbereich des brasilianischen Urwalds

 

 

 

Greifswald / Manaus (SPA): Seit drei Monaten ist der Greifswalder Zoologe André H. im zentralen Amazonasgebiet auf der Suche nach dem Mützenfalter (Papilio pileus). Das Exemplar aus der Ordnung der Lepidoptera (Schmetterlinge) lässt sich einer Überlieferung nach gern auf Mützenschirmen und Hutkrempen nieder und wird aus diesem Grunde auch Hutkantensitzer genannt.

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Wegners Fährte (Teil 3) – Amboro

 

Gleiswechsel am Rio Suturu

 

 

Greifswald (SPA):  Während die Heimat für den Gänsebraten deckt, bereiten wir uns bei fünf Stunden Zeitverschiebung auf den Dschungel im Amboro-Nationalpark vor. Anders als Richard Nikolaus Wegner vor circa 85 Jahren rechnen wir natürlich nicht damit, auf unentdeckte Indianerstämme zu treffen, deren Community uns im knappen Lendenschurz und mit primitiven Speeren um Feuerstellen tanzend empfängt.  Gespannt sind wir trotzdem.

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Wegners Fährte (Teil 2) – Durch Bolivien


Mautstelle: Stempel und Colaboraciones

 

Greifswald (SPA): Am Morgen des 24. Dezember liegen weitere gut 500 Kilometer bis zum nächsten Reiseziel vor uns, so dass wir sehr früh in den Fahrzeugen sitzen und Villamontes verlassen. Die Straßen durch das östliche Tiefland sind toll und in keiner Weise mit deren Zustand im paraguayischen Chaco zu vergleichen. Allerdings müssen wir an unzähligen Kontroll- und Mautstellen halten, wo offen Colaboraciones verlangt werden – kleine Zahlungen für die Familie, an diesem Datum natürlich zum Heiligabend, für die Gemeinde, für die Kirche, für den Hund … Auch das ist Bolivien.

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Wegners Fährte (Teil 1) - Grenzspiele

 

Simple Grenzsicherung zwischen Paraguay und Bolivien

 

Greifswald (SPA): In den Jahren 1927 bis 1929 unternahm der 1967 in Greifswald verstorbene, nach dem Krieg an der hiesigen Uni wirkende Anatom und Anthropologe Richard Nikolaus Wegner eine Expedition durch Südamerika. Über den Rio Pirai gelangte er mit Kanus in den bolivianischen Dschungel, wo es ihm gelang, Indianerstämme zu „bestimmen“. So hieß das damals. Weihnachten 2012 reisen wir, sechs Greifswalder und drei deutschstämmige Mennoniten aus Asuncion, ihm nach.

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Al Man: Ya

 

Fliege und Träne im Auge: Hölöz zurück in Greifswald

 

 

 

Greifswald (SPA): Glatte sieben Tage zu spät erschien Öndre Hölöz an den Wahlurnen in Berlin. Der in Greifswald lebende Deutsch-Türke, je nach Tagesform auch Türk-Deutsche, verpasste über dem Studium von 69 zu verändernden Artikel der türkischen Verfassung die wichtige Nachricht, dass die für das Referendum genehmigten Wahllokale in Deutschland nur bis zum 9. April geöffnet haben.

 

 

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Genius Fluminis

 

 

Gorzow in Westpolen: Der Zeuger des Flusses (sitzend) auf dem Podest.

 

 

 

 

Gorzow/Greifswald (SPA): Auf meinem Weg vom östlichen Baltikum zurück nach Greifswald, der mich an den letzten beiden Tagen durch das ländliche Polen führte, mache ich Station in Gorzow. Hier, gleich an der Uferpromenade, die den Fluss Warta über einige hundert Meter begleitet, lasse ich mich nieder. Strecke die Beine auf einer polnischen Wiese aus, hebele den Kronkorken von einer Flasche Tyskie, nehme einen ersten Schluck und lass mich rückwärts in das sonnengetrocknete Gras fallen. Ich drehe mich auf die Seite, grabe im Rucksack nach meinem Buch und sehe IHN.

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Wahlpost aus Fernost

 

 

Zwei Stimmen, ein Behälter: Briefwahl aus dem Fernen Osten

 

 

 

 

 

 

Greifswald (SPA): Zwei Wochen nach der Pilotfolgen-Ausstrahlung eines mehrteiligen Porträts über einen vorpommerschen Spitzenkandidaten im japanischen Fernsehen wurden in der Nähe des Strandbades Eldena erste Briefwahlbehälter angespült. Gemäß der fernöstlichen Tradition sind die Stimmzettel in schmalen Stäbchen versiegelt und per Flaschenpost dem Meer übergeben worden. Dabei haben die technischen Neuerungen des 20. Jahrhunderts zu deutlichen Verkürzungen in der Transportzeit geführt. Integrierte Sonnenkollektoren sorgen für einen Antrieb, der eine durchgängige Geschwindigkeit von 30 Knoten garantiert und die Post so befähigt, täglich über 1650 Kilometer zurückzulegen.

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Im Osten etwas Neues

 

Dicke Chemtrail-Wolken über Suwalki (Polen)

 

 

Suwalki (SPA): Die NATO-Abschreckungs-Politik gegenüber Russland nimmt seit den gestrigen Nachmittagsstunden konkrete Formen an. Punkt 16:15 Uhr MESZ begann die dritte luxemburgische Artillerie-Division damit, den azurblauen Himmel nahe der nordostpolnischen Stadt Suwalki zu bewölken.

 

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Durch´s wilde Sorbistan

Mieses Karma: Ein Z im wilden Sorbistan

 

Greifswald / Lohsa (SPA): Mit jungen 12 oder 13 Jahren pinkelten mein Freund Maxe und ich ein Z in den Schnee. Frühpubertärer Übermut auf dem Landweg zwischen der Lohsaer Siedlung und der alten Köhlerei. Mit breiten Skiern unter den Füßen, kurz nachdem wir den Mantel- und Degenfilm Zorro das erste Mal im Dorfkino gesehen hatten. Den Weg und auch die Köhlerei gibt es heute nicht mehr – weggebaggert zum Zwecke des Kohleabbaus und nun geflutet mit den Wassern der Kleinen Spree. Seit dem letzten Wochenende weiß ich: Das gelb dahingestrullte Z war eine Prophezeiung. Mieses Karma, das mich noch in diesem Leben eingeholt hat.

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