Verkaufsschlager in Südosteuropa

 

Kein Zeug zum Ladenhüter: Deutscher Mann in einem Retro-Second-Hand in Kroatien.

 

 

 

Pula (SPA): In den Retro-Second-Hand-Shops entlang der Balkonroute haben sich deutsche Männer als Verkaufsschlager entpuppt. Von den Kundinnen geschätzt wird in erster Linie, dass diese hinsichtlich ihrer Domestizierung eine Stufe erreicht haben, mit der einheimische Produkte nicht mehr Schritt halten können. Neben diesen Vorzügen tritt die bis dato als verkaufshemmend eingestufte Komponente „gebraucht“ immer mehr in den Hintergrund.

Ana Jovancic, Inhaberin eines Retro-Ladens in der Innenstadt von Pula (Kroatien), skizziert für uns das neuartige Kaufverhalten: „Wir haben in den letzten zwölf Monaten Umsatzzuwächse in diesem Segment von weit über 700 Prozent erreicht. Während wir früher die Produktkompetenzen deutlich abgrenzen mussten, genügen heute einfache Schlagworte, um einen regelrechten Run zu erzeugen. ´Kann abwaschen´ ging schon immer recht gut, ´Zieht es vor, mit Pfeil und Bogen zu jagen´ war hingegen ein echter Ladenhüter. Heute ist der Hinweis ´Hilft im Haushalt´ schon ausreichend, dass der Mann kurz nach der Anlieferung wieder über den Verkaufstresen geht. Noch vor einem Jahr nachgefragte Entertainment - Fähigkeiten, die bei deutschen Männern relativ unterentwickelt sind, spielen aus Verbrauchersicht heute quasi keine Rolle mehr.“

 

Jovancic betont, dass sie in ihrem Angebot vor allem bei Produkten mit Mehrfachkompetenzen der Nachfrage deutlich hinterherläuft. Deswegen hofft sie, mit einer kürzlich angelaufenen Werbeoffensive potentielle Verkäuferinnen im Ursprungsland zu gewinnen. Auch sei sie Produkten gegenüber nicht abgeneigt, die sich aus freien Stücken in ihrem Geschäft als First Hand auspreisen lassen möchten.       

 

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